Der Bericht wurde im Auftrag der Landesregierung von der Minor Wissenschaft GmbH erstellt und soll als Grundlage für das geplante Landesintegrationsgesetz dienen.
Integrationsminister René Wilke sieht darin eine wichtige Orientierung für die künftige Politik. „Integrationspolitik braucht eine belastbare Grundlage. Mit dem ZIB 2025 wissen wir, was in Brandenburg funktioniert, wo Handlungsbedarf besteht und welche Weichen wir stellen müssen“, erklärte der Minister.
Auch Dahme-Spreewald profitiert von internationalen Fachkräften Die Erkenntnisse des Berichts sind auch für den Landkreis Dahme-Spreewald von großer Bedeutung. Mit dem Flughafen BER, zahlreichen Logistikunternehmen, dem boomenden Wirtschaftsstandort Schönefelder Kreuz sowie Industrie- und Handwerksbetrieben gehört die Region zu den dynamischsten Arbeitsmärkten Brandenburgs. Viele Unternehmen sind bereits heute auf internationale Beschäftigte angewiesen, um ihren Fachkräftebedarf zu decken.
Der Bericht zeigt, dass ausländische Arbeitnehmer inzwischen 11,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Brandenburg ausmachen – und damit einen höheren Anteil als an der Gesamtbevölkerung haben. Der Rückgang deutscher Erwerbstätiger aufgrund des demografischen Wandels wird inzwischen nahezu vollständig durch ausländische Arbeitskräfte ausgeglichen.
Gerade für einen wirtschaftsstarken Landkreis wie Dahme-Spreewald dürfte diese Entwicklung künftig weiter an Bedeutung gewinnen.
Vorurteile werden durch Zahlen widerlegt Das Lagebild räumt zugleich mit mehreren verbreiteten Annahmen auf. So sinkt der Anteil arbeitsloser Menschen aus den klassischen Asylherkunftsländern seit Jahren deutlich. Während die Arbeitslosenquote 2016 noch bei 75,6 Prozent lag, betrug sie 2021 nur noch 33,1 Prozent.
Auch ukrainische Staatsangehörige finden zunehmend den Weg in den Arbeitsmarkt. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges hat sich ihre Beschäftigungsquote mehr als verdoppelt. Parallel dazu stieg die Nachfrage nach Integrations- und Sprachkursen erheblich. Die Zahl der Teilnehmer wuchs innerhalb von zwei Jahren von 1.437 auf 8.676 – zeitweise überstieg die Nachfrage sogar das vorhandene Angebot.
Wirtschaft und Ausbildung profitieren Besonders deutlich wird die wirtschaftliche Bedeutung der Zuwanderung in einzelnen Branchen. In der Arbeitnehmerüberlassung besitzen ausländische Beschäftigte bereits die Mehrheit. Auch in der Metall- und Elektroindustrie wächst ihr Anteil kontinuierlich.
Darüber hinaus stabilisieren internationale Bewerber das Ausbildungssystem. Ohne sie wären die Ausbildungszahlen in Brandenburg rückläufig. Gleichzeitig verzeichnen die Hochschulen des Landes mit 26,2 Prozent den höchsten Anteil ausländischer Studierender bundesweit. Fast jeder zweite internationale Student entscheidet sich für ein Ingenieurstudium – ein wichtiger Baustein zur Fachkräftesicherung.
Herausforderungen bleiben bestehen Trotz vieler positiver Entwicklungen benennt der Bericht auch bestehende Probleme. Ausländische Vollzeitbeschäftigte verdienen im Median rund 550 Euro weniger als der Durchschnitt aller Beschäftigten in Brandenburg. Zudem arbeiten viele von ihnen in Branchen, die besonders konjunkturanfällig sind.
Auch im Bildungsbereich zeigt sich Nachholbedarf. Während an Oberschulen fast 13 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine Zuwanderungsgeschichte haben, liegt ihr Anteil an Gymnasien mit 5,4 Prozent deutlich niedriger.
Bericht bildet Grundlage für weitere Integrationspolitik Nach Angaben des Ministeriums soll das Zuwanderungs- und Integrationsbarometer künftig als fachliche Grundlage für die Weiterentwicklung der Integrationspolitik dienen. Die Ergebnisse fließen in die Beratungen über das geplante Landesintegrationsgesetz ein.
Der vollständige Bericht „ZIB 2025 – Zuwanderungs- und Integrationsbarometer Brandenburg“ kann auf der Internetseite des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung heruntergeladen werden: (
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