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SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen schlägt Alarm – 25 Vereine kämpfen um die Zukunft des Frauenfußballs

Sport
  • Erstellt: 03.08.2026 / 12:00 Uhr von EB
Der SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen gehört zu den 25 Brandenburger Fußballvereinen, die sich mit einem offenen Brief gegen die geplante Abschaffung des Frauen- und Mädchenausschusses im Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) wenden.

Anlass ist der 11. Verbandstag am 10. Oktober in Blankenfelde-Mahlow, auf dem die Delegierten über eine umfassende Satzungsänderung abstimmen sollen.

Nach den Plänen des FLB-Präsidiums soll der eigenständige Frauen- und Mädchenausschuss aufgelöst werden. Künftig würden die Interessen des Frauenfußballs nur noch mit einer Stimme im Spielausschuss und die des Mädchenfußballs mit einer Stimme im Jugendausschuss vertreten.

25 Vereine warnen vor einem Rückschritt

Initiiert wurde der offene Brief von der SG Blau-Weiß Beelitz und dem Ludwigsfelder FC. Insgesamt haben sich 25 Vereine aus Brandenburg der Initiative angeschlossen – darunter auch der SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen, der Heideseer SV, die SG Phönix Wildau, der RSV Eintracht 1949, der RSV Mellensee 08 sowie zahlreiche weitere Vereine aus dem Land.

Die Unterzeichner befürchten, dass der Frauen- und Mädchenfußball durch die Reform dauerhaft an Einfluss verliert. In dem Schreiben heißt es, der Frauen- und Mädchenfußball sei zahlenmäßig deutlich kleiner als der Männer- und Jungenbereich. Würden beide Bereiche künftig in gemeinsamen Ausschüssen vertreten, entstehe zwangsläufig ein Wettbewerb um Aufmerksamkeit, finanzielle Mittel und politische Mitbestimmung. Der kleinere Bereich wäre dabei strukturell im Nachteil.

Kritik an fehlender Fachkompetenz und längeren Entscheidungswegen

Der offene Brief führt noch weitere Kritikpunkte an. So warnen die Vereine davor, dass mit der Auflösung des eigenständigen Ausschusses wertvolle Fachkompetenz verloren gehen könnte. Die Organisation des Frauen- und Mädchenfußballs unterscheide sich in vielen Bereichen vom Männerfußball – etwa bei Staffeleinteilungen, Fahrtwegen oder der Entwicklung des Nachwuchses. Diese Themen benötigten eine eigenständige Interessenvertretung.

Auch die vom FLB angestrebte Vereinfachung der Verbandsstrukturen sehen die Unterzeichner skeptisch. Aus ihrer Sicht würden Entscheidungen künftig eher komplizierter als einfacher werden, weil die spezifischen Themen des Frauen- und Mädchenfußballs weiterhin separat beraten werden müssten, anschließend aber zusätzlich in anderen Ausschüssen abgestimmt würden.

Darüber hinaus weisen die Vereine darauf hin, dass eine mögliche Fehlentscheidung weitreichende Folgen hätte. Da der nächste reguläre Verbandstag erst 2030 stattfindet, wäre eine Korrektur der neuen Struktur frühestens in vier Jahren möglich.

Eintracht-Vorsitzender: „Nicht zeitgemäß“

Auch der SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen spricht sich klar gegen die geplante Reform aus. Vereinsvorsitzender André Wittmann hält die Pläne des FLB für den falschen Weg.

„Wir als SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen halten die Pläne des FLB grundsätzlich für falsch und nicht zeitgemäß. Wir befürchten, dass der Frauen- und Mädchenfußball an Gewicht verlieren wird, wenn er dem Spiel- beziehungsweise Jugendausschuss zugeordnet wird.“

Zudem verweist Wittmann auf die Frauen-Europameisterschaft 2029 in Deutschland. Dieses Turnier biete den Landesverbänden eine große Chance, den Frauenfußball weiterzuentwickeln und neue Impulse zu setzen. Gerade deshalb brauche der Bereich aus seiner Sicht weiterhin einen eigenständigen Frauen- und Mädchenausschuss.

Entscheidung fällt im Oktober

Ob der Frauen- und Mädchenausschuss bestehen bleibt oder künftig in andere Gremien integriert wird, entscheidet sich am 10. Oktober beim Verbandstag des Fußball-Landesverbandes Brandenburg in Blankenfelde-Mahlow. Mit ihrem offenen Brief appellieren die beteiligten Vereine an die Delegierten, gegen die Satzungsänderung zu stimmen und dem Frauen- und Mädchenfußball auch künftig eine eigenständige Stimme innerhalb des Verbandes zu sichern.

Bilder

Der SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen spricht sich klar gegen die geplante Reform aus. Vereinsvorsitzender André Wittmann hält die Pläne des FLB für den falschen Weg. Foto: privat
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