Es sind Bilder, die selbst erfahrene Naturbeobachter staunen lassen: Frösche, die in einem intensiven Blau schimmern, als hätten sie die Farbe des Himmels angenommen.
Dagmar Jaschen aus Bestensee ist genau dieser seltene Moment gelungen – aufgenommen am Hintersee, mitten in einem sensiblen Moorgebiet.
Eine Verabredung – und ein glücklicher Moment
Am 17. März besuchte Jaschen die Ausstellungseröffnung des renommierten Tierfotografen Michael Kusche in Wildau. Zwischen Bildern und Gesprächen entstand eine spontane Verabredung: Sollte einer von beiden die seltenen blauen Frösche entdecken, würde man sich sofort melden.
Nur wenige Tage später war es so weit. „Ich habe sie gehört“, erzählt Jaschen. Ein kurzes Zögern gab es nicht – Kamera geschnappt und auf zum Moor. Doch der Weg zum Motiv war anspruchsvoll: Die Tiere hielten sich tief im unwegsamen Gelände verborgen. Erst mit einem 600-Millimeter-Objektiv gelangen die Aufnahmen aus sicherer Distanz.
Warum die Frösche plötzlich blau sind
Was auf den ersten Blick fast unwirklich erscheint, ist ein faszinierendes Naturphänomen: Es handelt sich um Moorfrösche – und nur die Männchen verfärben sich während der Paarungszeit blau.
Der entscheidende Punkt: Diese auffällige Farbe ist extrem kurzlebig. Für gerade einmal etwa zwei Tage im Jahr leuchten die Tiere in diesem intensiven Blau. Danach verschwindet die Farbe wieder vollständig.
Der Grund liegt in einem hormonell gesteuerten Prozess. Während der Paarungszeit verändert sich die Struktur bestimmter Hautschichten. Es werden keine blauen Farbstoffe gebildet – vielmehr entsteht die Farbe durch Lichtbrechung in der Haut. Ähnlich wie bei einem Prisma wird das Licht so reflektiert, dass die Frösche blau erscheinen. Sobald die Paarungsphase abklingt, normalisiert sich dieser Effekt wieder – und die Tiere nehmen ihre unscheinbare braun-graue Tarnfarbe an.
Seltener Anblick im Moor
In diesem Jahr waren deutlich weniger Tiere zu sehen als in den Jahren zuvor. Umso besonderer ist die Beobachtung. Fotografiert wurde zur Mittagszeit, als die Sonne das Moor wärmte und die Frösche aktiv waren.
Der genaue Standort bleibt bewusst ungenannt, denn das Gebiet steht unter Naturschutz. Die Rücksicht auf diese empfindlichen Lebensräume ist entscheidend, um solche Naturphänomene auch künftig erleben zu können.
Ein flüchtiges Wunder
Für Dagmar Jaschen bleibt vor allem die Faszination dieses kurzen Augenblicks. „Es ist immer wieder schön, wenn man sie findet“, sagt sie.
Ein Satz, der zeigt: Das Blau der Moorfrösche ist kein alltäglicher Anblick – sondern ein flüchtiges Wunder, das nur für wenige Tage im Jahr sichtbar wird und genau deshalb so besonders ist.