Es war einer dieser klaren Februarmorgen, an denen der Schnee nicht einfach nur liegen bleibt, sondern im ersten Sonnenlicht glitzert.
Minusgrade in der Nacht, ein fast wolkenloser Himmel über Zeuthen – und im Garten von Thomas Krüger wurde aus einem beiläufigen Blick aus dem Küchenfenster ein besonderer Moment.
Der 47-jährige IT-Systemadministrator lebt seit mehr als einem Jahrzehnt in Zeuthen. Sein Grundstück liegt in einer ruhigen Wohnstraße, unweit von Wald und Wasser – typische Dahme-Spreewald-Idylle. Naturbeobachtung ist für ihn kein aufwendiges Hobby, sondern eine stille Gewohnheit. „Ich hatte gerade meinen Kaffee in der Hand, da sah ich plötzlich Bewegung im Schnee“, erzählt er. „Erst dachte ich an einen Vogel. Aber dann richtete es sich auf.“
Was sich aufrichtete, war ein Eichhörnchen – schneebestäubt, aufmerksam, die Vorderpfoten leicht angehoben, als würde es prüfen, ob dieser Wintertag ihm gewogen ist.
Technik, Timing und ein ruhiger Puls
Krüger griff nicht zum Smartphone, sondern zu seiner Kamera: einer Canon EOS R6 mit einem RF 100–500 mm Teleobjektiv. 400 Millimeter Brennweite, Blende f/5.6, ISO 400, 1/2000 Sekunde – eine Konfiguration, die schnelle Bewegungen einfriert und zugleich Details im Fell sichtbar macht.
„Schnee frisst Kontrast“, sagt er. „Wenn man nicht sauber belichtet, wird alles flach.“ Also korrigierte er leicht ins Plus, stellte auf Serienbild und wartete.
Das Eichhörnchen begann im lockeren Pulverschnee zu graben. Immer wieder tauchte es mit dem Kopf ein, wirbelte Kristalle auf, schüttelte sich, hielt inne. In genau diesem Moment entstand das Bild: Das Tier aufgerichtet, der buschige Schwanz als Balance, Schneeflocken wie Puder auf Stirn und Schnurrhaaren.
Aktiv trotz Frost
Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf. Auch bei Minusgraden bleiben sie unterwegs, suchen ihre im Herbst versteckten Vorräte. Dass das Tier im Zeuthener Garten fündig werden wollte, überrascht nicht. „Ich lege im Herbst immer ein paar Nüsse aus“, sagt Krüger. „Vielleicht war da noch etwas im Boden.“
Im Landkreis Dahme-Spreewald sind solche Begegnungen keine Seltenheit – doch sie dauern meist nur Sekunden. Genau diese Sekunden entscheiden, ob aus einem flüchtigen Augenblick ein starkes Motiv wird.
Wenn der eigene Garten zur Winterbühne wird
Hecke, Rasen, Apfelbaum – kein Naturreservat, sondern ein gewöhnlicher Garten in Zeuthen. Und doch wurde er an diesem Morgen zur Bühne. „Man muss nicht weit reisen“, sagt Krüger. „Manchmal spielt sich das Schönste direkt vor der Haustür ab.“
Kurz darauf verschwand das Eichhörnchen wieder im Schutz der Sträucher. Zurück blieben feine Spuren im Schnee – und ein Bild, das zeigt, wie lebendig ein Wintermorgen im Landkreis Dahme-Spreewald sein kann.