Als brandenburgischer Futsal-Landesmeister reist der SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen zu den NOFV-Regionalmeisterschaften – und damit erstmals in seiner Vereinsgeschichte zu einem überregionalen Hallen-Highlight dieser Größenordnung.
Was vor wenigen Tagen in Cottbus begann, findet nun seine Fortsetzung auf nordostdeutscher Ebene. Der Titelgewinn in der Lausitz markiert nicht nur einen sportlichen Erfolg, sondern einen Meilenstein für den gesamten Verein aus Zeuthen.
Triumph trotz Rückschlag
Trainerin Lotte Maiwald spricht von einer Woche der Extreme. Kurz vor dem Finalturnier erreichte das Team die Hiobsbotschaft: Nathalie Bretschneider zog sich einen Kreuzbandriss zu. „Das hat uns emotional getroffen“, sagt Maiwald rückblickend. „Und dann gewinnen wir dieses Turnier – das war schon außergewöhnlich.“
Der erste Landesmeistertitel einer Frauenmannschaft der Eintracht ist mehr als nur eine Trophäe. 2015 stand das Team bereits im Landespokalfinale, unterlag damals jedoch vor 315 Zuschauern am Wüstemarker Weg dem FSV Babelsberg 74 mit 1:3. Ein Achtungserfolg – aber kein Titel. Nun ist die Eintracht ganz oben angekommen.
Ein Verein mit gewachsener Substanz
Dass der Erfolg kein Zufall ist, zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre. Seit der ersten offiziellen Frauenmannschaft 2004 hat sich der Club kontinuierlich gesteigert. Meisterschaften in der Kreisliga, der mutige Schritt in die Landesliga, ein zwischenzeitlicher Neustart im Kleinfeldbereich – und schließlich die Rückkehr in höhere Spielklassen.
2024 gelang sogar das Double im Kreis, verbunden mit dem Wiederaufstieg. In der aktuellen Landesliga-Saison überwintert das Team auf Rang fünf. Der Futsal-Titel setzt dieser Entwicklung nun die Krone auf.
Bemerkenswert ist auch die Nachwuchsarbeit: In nahezu allen Altersklassen stellt der Verein Mädchenmannschaften. Viele Trainerinnen stammen aus dem aktuellen Frauenteam – ein nachhaltiges Modell, das im Landkreis Dahme-Spreewald längst Anerkennung findet.
Bad Berka als nächste Bewährungsprobe
In Thüringen treffen die Eintracht-Frauen auf die Landesmeister aus fünf weiteren Verbänden: darunter der 1. FC Union Berlin, Hansa Rostock oder Fortuna Dresden. Für einige Teams ist es ebenfalls die erste überregionale Teilnahme – ein Turnier mit offenem Ausgang.
„Wir müssen uns nicht verstecken“, sagt Maiwald. „Wir können frei aufspielen und wollen den Schwung mitnehmen.“ Der Anspruch ist klar formuliert: einen besonderen Tag erleben – und sportlich das Maximum herausholen.
Das Turnier beginnt am Sonntag um 11 Uhr. Für die Eintracht geht es gleich zum Auftakt gegen Hansa Rostock, später folgen Partien gegen Fortuna Dresden, Lok Meiningen, Union Berlin und Stahl Aken. Der Modus sieht eine einfache Runde jeder gegen jeden vor.
Der NOFV-Meister qualifiziert sich für die Deutsche Futsal-Meisterschaft Mitte März in Duisburg-Wedau – ein weiterer Anreiz, der dem Wettbewerb zusätzliche Bedeutung verleiht.
Mehr als nur Hallenfußball
Futsal gilt als technisch anspruchsvollste Hallenvariante des Fußballs. Tempo, enge Räume, schnelle Entscheidungsfindung – Fähigkeiten, die auch im Ligabetrieb entscheidend sind. Seit 2019 wird die NOFV-Futsal-Meisterschaft ausgespielt, unterbrochen durch die Corona-Jahre. Mit der Einführung einer Deutschen Meisterschaft hat der Wettbewerb neue Strahlkraft erhalten.
Für den Landkreis Dahme-Spreewald bedeutet die Teilnahme der Eintracht-Frauen vor allem eines: Sichtbarkeit. Der Frauenfußball aus Zeuthen repräsentiert die Region auf Landes- und nun auch auf Regionalebene.
Geschlossen nach Thüringen
Fast die gesamte Mannschaft wird die Reise nach Bad Berka antreten – auch Spielerinnen, die nicht aktiv ins Turnier eingreifen. „Das war nie eine Diskussion“, betont Maiwald. „Wir fahren als Team.“ Diese Geschlossenheit könnte zum entscheidenden Faktor werden.
Unabhängig vom sportlichen Ausgang steht fest: Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte hat neue Maßstäbe gesetzt. Und er sendet ein Signal in den Landkreis: Der Frauenfußball in Miersdorf/Zeuthen ist längst mehr als ein Randthema – er ist ein Aushängeschild.
Ob der Weg tatsächlich bis nach Duisburg führt, entscheidet sich am Sonntag. Doch schon jetzt hat die Eintracht Geschichte geschrieben – für sich und für den Frauenfußball im Dahme-Spreewald.
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